Caupanos Welt

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Studien über Pornographie übertragen auf Killerspiele

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Von Mortipher in den Kommentaren von stigma-videospiele.de darauf aufmerksam gemacht habe ich mir einmal etwas über Studien angesehen, die es über den möglichen Zusammenhang von Pornographie und Sexualstraftaten gibt.

Die Idee dabei war, dass hier ja auch ein Konsum von Medien stattfindet, die Gesellschaftlich nicht sehr gut ankommen und auch hier immer wieder das Argument gebracht wird, dass Menschen, die Pornos sehen, das Gesehene in Form von Sexualstraftaten in die Tat umsetzen würden. Ich muss aber zugeben, dass mir im Moment die Zeit fehlt, die Studien alle selber zu lesen, weshalb ich mir erlaube die Dinge, die ich für relevant halte, von Martin Ebers übernommen habe, von dem auch die Quellenangaben stammen (@Martin Ebers: Wenn Sie das lesen: ein großes DANKE fürs an-meiner-Stelle-Lesen-und-Zusammenfassen, hoffe, Sie können mit der Übername mit Quellenangabe zu Ihnen leben, sonst lösche ich das hier wieder …).

Kuchinsky[1] zeigt auf, dass Sexualstraftäter in ihrer Jugend nicht mehr, sondern weniger Kontakt zu Pornographie hatten als gleichaltrige, als Erwachsene nicht mehr Pornographie konsumierten als andere Erwachsene ihrer Schicht und direkt nach dem Konsum nicht häufiger sexuell aktiv waren als Nichttäter.
Weiterhin stellt er die These auf, dass Ponographie geeigent sei, sexuelle Spannungen abzubauen, die andernfalls zu Straftaten geführt hätten. Um dies zu belegen, setzt er die Fallzahlen von Sexualverbrechen in Beziehung zu der Herangehensweise in Bezug auf Pornographie und stellt in der Tat fest, dass in Phasen der Liberalisierung die Anzahl der Straftaten mit sexuellem Hintergrund sinken, während sie in Phasen der rigideren Herangehensweise steigen. Insbesondere für Deutschland stellt er fest, dass seit der Legalisierung der Ponographie im Jahre 1973 die Fallzahlen stetig gesunken sind.

Für Japan kommen Diamond und Uchiyama[2] zu demselben Schluss. So nahmen dort seit Legalisierung der Pornographie die Fallzahlen von Vergewaltigungen um 68%, die von Sexualstraftaten im Allgemeinen um 85% ab.

Darüber hinaus stellt Ertel[3] fest, dass sich das Verhältnis zu Sexualität und Partnerschaft von Konsumenten und Nichtkonsumenten nicht unterscheidet und findet weiterhin keine Hinweise, dass es beim Konsumenten zu einer Art Abstumpfung oder Gewöhnung kommt, so dass er, wie häufig behauptet wird, immer härteres Material „braucht“.

Alles in Allem ist also festzustellen, dass entgegen der langläufigen Meinung der gesellschaftliche Konsum von Pornos diese nicht nur nicht negativ beeinflusst, sondern diese sogar, durch eine Senkung der Sexualverbrechen, verbessert.

Überträgt man diese Ergebnisse nun gedanklich auf die so genannten „Killerspiele“, kommt man zumindest zu der These, dass auch diese dazu beitragen könnten, dass potentielle Täter ihre Frustration am Computer kompensieren und es dadurch zu einem Spannungsabbau kommt und somit der Spieler dieser Spiele eben gerade nicht gewalttätig wird und wir langfristig durch das legale Vorhandensein dieser Spiele einen Rückgang der Gewalttaten unter Jugendlichen werden beobachten können.

Caupano

[1] Kutchinsky, Berl, „Pornography, Sex Crime, and Public Policy“, in: Sally-Anne Gerull/Boronia Halstead (Hrsg.), „Sex industry and public policy“, AIC Conference Proceedings No.14, Canberra: Australian Institute of Criminology, 1992

[2] Diamond, Milton; Uchiyama, Ayako, „Pornography, Rape, and Sex Crimes in Japan“, in: International Journal of Law and Psychiatry, Vol.22(1), 1999, S.1-22

[3]Ertel (1990), keine genauere Quelle angegeben.

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Written by caupano

5. November 2009 um 06:37

Veröffentlicht in Computerspiele

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